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Mission Statement

Mission Statement

 

artlabheidelberg

Ein Labor für die zeitgenössische Kunst und Kultur in Heidelberg

Das im Aufbau befindliche artlabheidelberg, das in den Jahren 2010-2011 auf dem Gelände der Alten Tabakfabrik P.J. Landfried - unweit von Hauptbahnhof und Autobahn - entsteht, möchte sein Publikum zukünftig zu einem offenen kulturellen Dialog über die unmittelbare und sich permanent wandelnde Gegenwart einladen. Als wesentliche Ziele des artlabheidelberg möchten wir die Förderung der Kreativität und schöpferischen Potenziale des Menschen, die Schulung seines ästhetischen Bewußtseins und seiner kritischen Urteilskraft, die Intensivierung seiner Wahrnehmung sowie eine behutsame Erweiterung seiner humanistischen Kulturorientierung benennen, ohne auf eine einseitige Dominanz des Wissens zu zielen. Entsprechende Aktivitäten und zugehörige institutionelle Organisationen werden in dem in Gründung befindlichen artlabheidelberg realisiert werden.

Die günstige Lage des Landfriedgeländes in unmittelbarer Nachbarschaft zum Hauptbahnhof und zur Autobahn in Heidelberg ermöglicht eine hervorragende Organisations- und Verkehrsentwicklung. Das Gelände mit seinen denkmalgeschützten Gebäuden aus dem frühen 20. Jahrhundert kann zu einem einmaligen Standort und kulturellen ‚Leuchtturm-Projekt' für Heidelberg und die gesamte Metropolregion werden. Mit dem artlabheidelberg wollen wir dem bisher vor allem auf Geschichte, Traditionen und historischen Akzenten aufbauenden Image der Stadt Heidelberg einen gleichgewichtigen Wert gegenüberstellen, der das bildnerische Denken der Gegenwart zum Ausgangspunkt nimmt und sich auf die Auseinandersetzung mit Werten, schöpferischen und künstlerischen Positionen sowie innovativen Konzepten aus allen Bereichen der zeitgenössischen Lebenswirklichkeit auseinandersetzen.

Die vier tragenden Säulen des artlabheidelberg sind: das Zentrum für Gegenwartskunst (ArtCenter) mit temporär nutzbaren Ausstellungsräumen für die zeitgenössische Kunst, die Künstlerateliers (ArtistStudios) mit einem spezifischen Förderprogramm für Künstler verschiedener Disziplinen, das Kreativitätszentrum (CreativityCenter), ein Ort, in dem die Kreativität, schöpferischen Potenziale und die Wahrnehmung des Menschen von heute erforscht und gefördert werden sowie als vierte Säule ein das Denken der Gegenwart thematisierender DenkRaum (ThinkTank).

Im Zentrum für Gegenwartskunst (ArtCenter) werden wir in rhythmischer Folge monografische und thematische Ausstellungen präsentieren und zur Diskussion stellen, die aufgrund ihrer inhaltlichen Fragestellungen für das „Hier und Jetzt" (Walter Benjamin), d.h. unsere jeweilige Gegenwart, von Bedeutung sind und Erkenntnis stiftende Aspekte über Fragen der Wahrnehmung und der Erfahrung von Wirklichkeit ansprechen. Zum einen werden hier Werke internationaler Persönlichkeiten der Gegenwartskunst mit einer herausragenden, individuell geprägten künstlerischen Qualität vorgestellt, auf ihre inhaltliche Bedeutung hin analysiert und nach bestimmten wahrnehmungsästhetische Leitlinien vermittelt, zum anderen sind hier Werke, Installationen, Räume und kontextbezogene Arbeiten von ausgewählt begabten jungen Künstlern zu sehen, die mit Blick auf eine grenzerweiternde inhaltliche Vorstellung, eine individuelle und von einem spezifischen formalästhetischen Ausdruck getragene  Sprache sowie eine tief empfundene und nachhaltige Subjektivität ausgewählt werden. Hier spielt das Prinzip des ‚Cross Over Dialoges' unterschiedlicher und sich gegenseitig erhellender künstlerischer Positionen eine wesentliche Rolle. Fragen der individuellen, nationalen und kulturellen Identität der Künstler stehen dabei ebenso im Vordergrund, wie Fragen des subjektiven künstlerischen Ausdrucks, der ästhetischen Rezeption, des schöpferischen Denkens und der gegenwartsbezogenen Weltpartizipation.

Ein weiterer wesentlicher Baustein des artlabheidelberg ist der laborartig konzipierte Zusammenschluss verschiedenster Künstlerateliers (ArtistStudios). In einem bestimmten Bereich des Landfried-Geländes werden Ateliers von Künstlern in Verbindung mit Architekturbüros sowie Ateliers von Fotografen, Designern, Grafikern oder anderen kreativen Kräften entstehen. Um die Ateliers für die Künstler finanziell attraktiv zu gestalten, sind verschiedene Fördermodelle geplant, die sowohl ein Artist-in-Residence Programm, als auch Stipendien und allgemeine Förderungen durch Privatpersonen und Unternehmen beinhalten werden. Zusätzlich ist an eine begleitende Förderung und Unterstützung von Künstlern oder kollektiven Projekten durch ein patenschaftliches Engagement gedacht.

Das Kreativitätszentrum (CreativityCenter) versteht sich als ein dem artlabheidelberg angegliedertes Forum, das die Kreativität und schöpferischen Potenziale des Menschen von heute erforscht und fördert. Hier werden Künstler, Pädagogen und Wissenschaftler im Gespräch mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen neue Wege des lernenden Lehrens und lehrenden Lernens sowie der Förderung von spezifischen Begabungen unterschiedlichster Individuen beschreiten, um ihnen auf ihrem Weg der gesellschaftlich-kulturellen Sozialisation ein ästhetisches und kritisches Bewußtsein und damit eine subjektive Seinsvorstellung sowie eine humanistische Kulturorientierung mitzugeben. Das Kreativitätszentrum ist gleichzeitig ein Trainingslager für Wahrnehmung, mit dem wir die ästhetische Erfahrung des Menschen zu einem kreativen Akt der Selbstverwirklichung erweitern. Die Notwendigkeit, unsere Wahrnehmung zu schulen, basiert auf der Erkenntnis, daß ein Sich-Einlassen auf die wachsende Relevanz von Bildlichkeit nur dann gelingen kann, wenn wir an der kreativen ästhetischen Erfahrung von Kunstwerken ansetzen und wenn ferner die gesellschaftsverändernd-emanzipatorische Funktion kreativer Erfahrungsprozesse mit bedacht wird. Denn wer kreative ästhetische Erfahrungen macht, so Hans-Georg Gadamer, den läßt sie eben nicht unverwandelt.

Kreative Prozesse haben eine komplexe Zeitstruktur (Präparation, Inkubation, Inspiration, Evaluation, Verifikation), die der „verschulten" Zeit diametral gegenüber steht. Diese eigentümliche Zeitlichkeit läßt „neu sehen" und und bereitet mit dieser entdeckenden Funktion den Genuß erfüllter Gegenwart; sie führt in andere Welten der Phantasie und hebt damit den Zwang der Zeit in der Zeit auf; sie greift vor auf zukünftige Erfahrung und öffnet damit den Spielraum möglichen Handelns; sie läßt Vergangenes oder Verdrängtes wiedererkennen und bewahrt so die verlorene Zeit. Auf der kommunikativen Seite ermöglicht kreative ästhetische Erfahrung sowohl die eigentümliche Rollendistanz des Zuschauers, als auch die spielerische Identifikation mit dem, was er sein soll oder gerne sein möchte: sie läßt genießen, was im Leben unerreichbar oder auch schwer erträglich wäre; sie gibt den exemplarischen Bezugsrahmen für Situationen und Rollen vor, die in naiver Nachahmung, aber auch in freier Nachfolge übernommen werden können; sie bietet schließlich die Möglichkeit, gegenüber allen Rollen und Situationen die Verwirklichung seiner selbst als einen Prozeß ästhetischer Bildung zu begreifen. Denn für jemand, der mit der eigenen Achtsamkeit vertraut geworden ist, verschwindet die Differenz zwischen aktivem Hervorbringen und passivem Wahrnehmen. Jede Wahrnehmung wird dann zum kreativen Akt, worin man sich selbst im anderen und in anderen findet.

In dem konzeptionell vorbereiteten DenkRaum (ThinkTank), den wir als einen kulturellen Kommunikationsraum bezeichnen wollen und der räumlich in das ArtCenter integriert ist, werden wir den Dialog über das Denken der Gegenwart, über ethische Werte, über Kreativität und schöpferisches Denken sowie über eine humanistische Kulturorientierung der Gesellschaft ansprechen und fördern. Philosophen, Wissenschaftler, Forscher, Künstler, Politiker und Menschen mit besonders ausgeprägten geistigen und rhetorischen Qualitäten werden mit Moderatoren Gespräche über zentrale Fragen von Mensch und Welt, Gesellschaft, Natur und Leben führen, um sich einem 'Wertekanon der Gegenwart' anzunähern. Die vor Publikum geführten Vorlesungen und Gespräche werden in Publikationen unter dem Titel „Heidelberger Gespräche zur Kunst und Kultur" veröffentlicht. Die ersten dialogischen Vorlesungen finden ab September 2012 statt. Die Gespräche führen Werner Marx und Rolf Lauter.

www.artlabheidelberg.com; www.pj-landfried.com; www.rhein-neckar-industriekultur.de;  www.rolf-lauter.com; Rolf Lauter - www.facebook.com; Rolf Lauter - www.linkedin.com; Rolf Lauter - www.yasni.de.